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Vorkommen und Verbreitung

Die Douglasie kann ohne Zweifel als die bedeutendste fremdländische Baumart in Mittel­europa bezeichnet werden. Die Douglasie ist eine von sechs Arten der Gattung Pseudotsuga (Hermann 1980, Krüssmann 1983) und ist im Westen Nordamerikas beheimatet. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom 55. Breitengrad in Britisch-Kolumbien bis zum 20. Grad nördlicher Breite in Mexiko.

Hermann (1980, 1981) unterscheidet, aufgrund chemo-taxonomischer Merkmale vier verschiedene Formen oder Rassen und zwei Übergangsformen. Die Küstenform, Küstendouglasie oder grüne Douglasie (nach Schenck 1930), stellt sowohl für die amerikanische Forst- und Holzwirtschaft als auch für den Anbau in Mitteleuropa die wichtigste Rasse dar (Burschel 1987).

Nach Meinung der Paläobotaniker gehört die Gattung Pseudotsuga zu jenen Pflanzengattungen, die früher in Europa heimisch waren und erst durch die Eiszeiten in Europa ausgestorben sind.

Von dem schottischen Naturforscher Archibald Menzies im Jahr 1792 im Nord­westen Nordamerikas entdeckt, schickt David Douglas 1828 die ersten Samen nach Schottland und England (Booth 1907). Bereits 1831 gelangt die erste Douglasie als zweijähriger Sämling nach Deutschland und wird von J.R. Booth in seiner Baumschule in Klein-Flottbeck gepflanzt. Booth ist der entscheidende Promotor der Douglasie und ihrer Verbreitung in Europa. Er ist es auch, der Bismarck für den ersten forstlichen Anbauversuch der Douglasie 1880, in dessen Besitzungen im Sachsenwald, interessieren konnte.

Douglasie Industrieholz
Entrindung
Hacken
Douglasie Extraktstoffe
Holzstoffproduktion
TMP-Papier

Publikationen

Zimmer, B. und Wegener, G. (1992):
Treatment of Douglas Fir to improve the brightness of mechanical pulps. Proc. 2nd Europ. Workshop on Lignocellulosics and Pulp, Grenoble, 1992, 177-178
Extraktion von Douglasienholz zur Entfernung gefärbter Kernholzbestandteile. Holz Roh Werkst. 50: 294
Treatments for improving mechanical pulping of Douglas fir. Report on the project MA2B-0002 (Douglas fir). Joint Seminar DG XII F-5 Projects, Helsinki, 1992, 125-138
Zimmer, B. und Wegener, G. (1993):
Treatments for improving mechanical pulping of Douglas fir. Proceedings EG FOREST Workshop on Yellowing and Douglas fir, University of Kent at Canterbury,1993
Zimmer, B. und Wegener, G. (1994):
Properties of Douglas fir TMP. Proceedings: 3. European Workshop on Lignocellulosics and Pulp, Stockholm, 67-70
Zimmer, B. (1994):
Untersuchungen an Douglasienholz (Pseudotsuga menziesii [Mirb.] Franco) im Hinblick auf seinen Einsatz für mechanische Zellstoffe. Dissertation
Zee, M van und Zimmer, B. (1994):
Treatments for improving mechanical pulping of Douglas fir. Final Report ("Forest MA2B-0002-C(A)"), 47 Seiten
Zimmer, B. (1995):
Herstellung von TMP aus Douglasienholz: Konzeption und Betreuung eines Pilotversuches im industriellen Maßstab. Abschlußbericht (St 23) für das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: 30 Seiten
Zimmer, B. und Wegener, G. (1995):
Untersuchungen an Douglasienholz im Hinblick auf seinen Einsatz in TMP. Teil I: Bedeutung, Eigenschaften und Probleme der Gastbaumart Douglasie. Das Papier 49, 9: 569-573.
Untersuchungen an Douglasienholz im Hinblick auf seinen Einsatz in TMP. Teil II: Verbesserung der Eigenschaften durch Vorbehandlung der Hackschnitzel. Das Papier 49, 9: 573-581.
Zimmer, B.; Wegener, G. (1996):
TMP aus Douglasienholz - Ergebnisse aus einem Pilotversuch. Das Papier 50, 1: 3-10.
Zimmer, B.; Windeisen, E.; Buttkereit, D.(1998):
Holzchemische Untersuchung an Douglasien unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Borkenbildung. Holz Roh Werkst. 56, 4: 244.
Zimmer, B.; Grosser, D.; Mehlen, S. (1998):
Untersuchung zur Faserlänge von Douglasienholz. Holz Roh Werkst. 56, 4: 252.
Grosser, D.; Zimmer, B. (1998):
Einheimische Nutzhölzer und ihre Verwendung. In Informationsdienst Holz ? Holzbau Handbuch (Reihe 4, Teil 2, Folge 2) der Entwicklungsgemeinschaft Holzbau (EGH) in der DGfH (Herausgeber), München. 48 S.

Literatur

Booth, J. (1907):
Die Douglasfichte seit ihrer Einführung nach Europa. (1828-1906). Allg. Forst- und Jagd-Zeitung 5f,45f,87f.
Burschel, P. und Huss, J. (1987):
Grundriß des Waldbaus. Hamburg: Parey Vlg: 352 S.
Grosser, D.; Zimmer, B. (1998):
Einheimische Nutzhölzer und ihre Verwendung. In Informationsdienst Holz ? Holzbau Handbuch (Reihe 4, Teil 2, Folge 2) der Entwicklungsgemeinschaft Holzbau (EGH) in der DGfH (Herausgeber), München. 48 S
Hecker, Ulrich (2006):
BLV-Handbuch Bäume und Sträucher. München: blv.
Hermann, R.K. (1980):
Die Douglasie einst und heute. Allg. Forstz. 35, 9/10: 215-220.
Hermann, R.K. (1981):
Die Gattung Pseudotsuga - Ein Abriß ihrer Systematik, Geschichte und heutigen Verbreitung. Forstarchiv 52, 6: 204-212.
Krüssmann, G. (1983):
Handbuch der Nadelgehölze. Hamburg: Parey Vlg: 302-308.
Lohmann, Ulf; Blosen, Michael (2003):
Holz-Lexikon. 4., völlig neu bearb. Leinfelden-Echterdingen: DRW-Verl.
Schenck, C.A. (1930):
Die Douglasie. Der deutsche Forstwirt 12, 2+3: 4-6/13-15.
Schütt, Peter; Roloff, Andreas; Weisgerber, Horst; Lang, Ulla M.; Stimm, Bernd (2007):
Enzyklopädie der Holzgewächse. Handbuch und Atlas der Dendrologie /begründet von Peter Schütt. Andreas Roloff; Horst Weisgerber; Ulla M. Lang; Bernd Stimm. Weinheim: Wiley-VCH.
Wagenführ, Rudi (2007):
Holzatlas. 6., neu bearb. und erw. Leipzig: Fachbuchverl. Leipzig im Hanser Verl.

 

Douglasie

Pseudotsuga menziesii [Mirb.] Franco

Familie: Pinaceae

engl.:   «Douglas fir», «Oregon pine»
franz.:  «le douglas»
span.:  «pino real colorado»

Holz der Douglasie

Das Splint- und Kernholz der Douglasie ist farblich deutlich unterschieden und ist dem des Lärchenholzes farblich sehr ähnlich. Die Jahrringgrenzen sowie das Früh- und Spätholz sind deutlich abgegrenzt.

Das Holz ist harzhaltig, mittelschwer, ziemlich hart und besitzt gute Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften. Das Holz ist mäßig schwindend und mit gutem Stehvermögen.

Holzeigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Darrdichte (r0):                      0,32...0,47...0,73    [g/cm³]

Rohdichte (r12-15):                0,35...0,51...0,75    [g/cm³]

Raumdichte:                                      445   [kg/m³]

Diff. Schwindmaß (rad.):                    0,15           [%/%]

Diff. Schwindmaß (tan.):                    0,27           [%/%]

 

Mechnische Eigenschaften

Biegefestigkeit:                                  90 -   99   [N/mm²]

Zugfestigkeit:                                     82 - 105   [N/mm²]

Brinellhärte (HBquer):                              20

Brinellhärte (HBlängs):                             50

 

Chemische Eigenschaften

pH-Wert (Kernholz):                            3,3 - 4,2

pH-Wert (Splintholz):                              5,8

Aschegehalt:                                       0,6 - 1,1   [%] 

Extraktstoffgehalt:                              1,6 - 4,4   [%]

Verwendung von Douglasie

Der Kernholz ist von guter natürlicher Dauerhaftigkeit und gut geeignet als Bau- und Konstruktionsholz, für Außenfassaden, Dachüberstände, Balkone, Haustüren, Garagentore, Fenster. Als Ausstattungsholz für Möbel, vor allem aber im Innenausbau für Wand- und Deckenbekleidungen, Treppen und Fußböden. Ferner für Rammpfähle, Masten, Gerüststangen und Pfähle.

Sendeturm (163m) in Ismaning bei München, gebaut 1934, genutzt bis 1961, gesprengt 1983.